Seit Beginn der aktuellen Förderperiode im Juli 2023 wurden in der LEADER-Region Grazer Bergland 36 Projekte mit einem Gesamtvolumen von rund 9,95 Millionen Euro genehmigt. Dafür wurden rund 1,78 Millionen Euro an LEADER-Fördermitteln eingesetzt. Damit löst jeder eingesetzte Förder-Euro regionale Entwicklungsmaßnahmen im Wert von knapp sechs Euro aus.
Die Zahlen zeigen die Wirkung von LEADER – und zugleich, wie wichtig das europäische Förderprogramm als Teil einer gemeinsam gedachten Regionalentwicklung ist. LEADER schafft im Grazer Bergland zusätzliche Möglichkeiten für jene Herausforderungen von nationaler Bedeutung, deren Bewältigung lokale Lösungen, sektorübergreifende Zusammenarbeit und gesellschaftliche Akzeptanz erfordern.
Der aktuell veröffentlichte LEADER-Bericht 2025/26 zeigt, wie aus diesem Zusammenspiel konkrete Projekte entstehen und wie unterschiedliche Vorhaben gemeinsam zur Entwicklung der Region beitragen.
LEADER als Teil der integrierten Regionalentwicklung
LEADER ist seit 30 Jahren eine etablierte Methode zur Entwicklung des ländlichen Raums. Das Förderprogramm bringt Mittel aus der Europäischen Union, Bund und Land direkt in die Regionen. Im Steirischen Zentralraum ist LEADER eine entscheidende Ergänzung zur gesetzlich verankerten Struktur der Regionalentwicklung und bietet dabei eine ideale Unterstützung zu den strategischen Themen und Umsetzungen auf gesamtregionaler Ebene.
Durch den Bottom-up-Ansatz macht es LEADER möglich, die lokale Bevölkerung aktiv in regionale Entwicklungsprozesse einzubinden und Europa vor Ort greifbar zu machen: Gemeinden, Vereine, Unternehmen, Organisationen und Bürger:innen können eigene Ideen entwickeln und gemeinsam Projekte auf den Weg bringen. Dabei geht es nicht nur um die Umsetzung einzelner Vorhaben. Entscheidend ist, wie unterschiedliche Projekte und Akteur:innen zusammenspielen und gemeinsam regionalen Zukunftsstrategien beitragen.
„LEADER bedeutet, regionale Entwicklung aktiv gemeinsam zu gestalten. Im Grazer Bergland zeigt sich bereits nach drei Jahren, wie aus Ideen konkrete Projekte entstehen, die Gemeinden stärken und die regionale Identität fördern“, betont Johannes Wagner, Vorsitzender der LAG Grazer Bergland. Besonders wertvoll sei dabei die Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinweg.
Fast sechs Euro regionale Entwicklung für jeden Euro Förderung
Die hohe Hebelwirkung unterstreicht die Bedeutung des Programms: Mit rund 1,78 Millionen Euro LEADER-Fördermitteln wurden Projekte mit einem Gesamtvolumen von rund 9,95 Millionen Euro in der aktuellen Förderperiode 2023–2027 genehmigt.
Doch die Wirkung von LEADER lässt sich nicht allein in Euro messen. Die Projekte schaffen neue Begegnungsräume, stärken regionale Kreisläufe, fördern klimafreundliche Mobilität, beleben Ortszentren und machen Kultur und regionale Identität erlebbar. Gleichzeitig entstehen neue Kooperationen und langfristige Entwicklungsprozesse.
36 Projekte – sektorübergreifende Impulse, eine gemeinsame Entwicklungsstrategie
Die 36 bisher genehmigten Projekte decken alle Aktionsfelder der Lokalen Entwicklungsstrategie der LEADER-Region Grazer Bergland ab. Sie zeigen die thematische Breite von LEADER und zugleich, wie unterschiedliche Maßnahmen ineinandergreifen.
Das Projekt „Inklusiver Park – ein Ort für alle“ steht für gelebte Teilhabe und Barrierefreiheit im öffentlichen Raum.
Mit „TGI am Biohof Hoaterbauer: Begegnungs- & Bewegungszone“ sind neue inklusive Bildungs- und Begegnungsformate entstanden.
„OK Gratwein“ und „Frohnleiten in Bewegung“ zeigen neue Wege für lebendige Ortskerne und gemeinschaftlich genutzte Räume auf.
Das „Stein.Zeit.Museum“ im Stift Rein sowie das Projekt „Culinary Heritage – Regionale Esskultur der Zisterzienser“ verbinden Kulturvermittlung mit regionaler Wertschöpfung und machen Geschichte zeitgemäß erlebbar.
„Klimafreundliche Beleuchtung in der Schauhöhle Lurgrotte Peggau“, „MURSPOT – Naturzonen bewahren und verstehen“ und „Kompostierung – Biomasseerhalt in kleinen regionalen Kreisen“ setzen konkrete Impulse für Klimaschutz, Naturschutz und einen verantwortungsvollen Umgang mit regionalen Ressourcen.
So unterschiedlich die Projekte sind, gemeinsam tragen sie dazu bei, die Ziele der Lokalen Entwicklungsstrategie in konkrete Maßnahmen zu übersetzen.
Mehr Informationen: www.zentralraum-stmk.at/aktuelles-leader-bericht-25-26